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Smart City: OB Ilg und OB Rentschler unterzeichnen Kooperation für Modellprojekt

Am Montag, 18. Januar, haben die Oberbürgermeister Heidenheims und Aalens, Bernhard Ilg und Thilo Rentschler, den Kooperationsvertrag für das vom Bund geförderte Modellprojekt #Aalen-HeidenheimGemeinsamDigital zur gemeinsamen Entwicklung einer Smartcity Region unterzeichnet.
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(v.l.:) OB Bernhard Ilg und OB Thilo Rentschler unterzeichnen den Kooperationsvertrag für #Aalen-HeidenheimGemeinsamDigital

(v.l.:) OB Bernhard Ilg und OB Thilo Rentschler unterzeichnen den Kooperationsvertrag für #Aalen-HeidenheimGemeinsamDigital

Foto: Stadt Heidenheim

Eine aus 12 angenommenen kommunalen Bewerbungen
Die Bundesregierung fördert die digitale Modernisierung der Kommunen durch sogenannte Smart-City-Modellprojekte mit bis zu 65 Prozent der investierten Gesamtsumme.
 
Digitale Technologien sind bei diesen Modellprojekten so einzusetzen, dass sie nicht nur den Interessen Einzelner, sondern der Stadtgesellschaft als Gemeinschaft dauerhaft nutzen. Unter bundesweit 32 Bewerbungen ist die gemeinschaftliche Kandidatur von Aalen und Heidenheim eine von bundesweit nur 12 erfolgreichen interkommunalen Projekten. Der Förderzeitraum erstreckt sich von 2021 bis 2027 und ist unterteilt in eine Strategie- und eine Umsetzungsphase.
 
Ostwürttemberg mit Pilotstatus
Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler sind stolz auf diesen gemeinsamen Erfolg: „Wir stellen jetzt die Weichen für die digitale Transformation, die das Leben und Arbeiten in unseren Städten zukunftsfähig macht! Ostwürttemberg rückt in den Fokus von Bund und Land. Wir lernen durch die Förderung voneinander, von den anderen Förderprojekten und liefern mit unseren Ergebnissen Blaupausen für weitere Städte nicht nur in der Region, sondern auch landes- und bundesweit“.
 
Fünf Maßnahmen werden die erste Strategiephase prägen:
1. Digitales Stadtentwicklungskonzept
Das digitale Stadtentwicklungskonzept legt künftig, gemeinsam mit den durchzuführenden Maßnahmen, neue Grundlagen für die digitale Stadtentwicklung; sie definiert Prozesse neu und bildet die strategische Klammer für die digitalen Stadtentwicklungskonzepte der Zukunft. Ziel ist dabei auch die Verabschiedung einer „Smart City Strategie“, an der die Verwaltung und auch die Bürgerschaft in einzelnen Arbeitsgruppen und in offenen „Living Labs“ beteiligt wird.
 
2. Konvergenter Netzplan (KNP)
Ähnlich wie ein Breitbandplan die Voraussetzung für die Erschließung konkreter Gebiete mit Breitband-Internet war, handelt es sich bei einem KNP um die Grundlage für smarte Anwendungen. Der KNP für die Stadtgebiete Heidenheim und Aalen erfasst die Infrastruktur zur Aufbereitung einer Sensoriknetz-Planung zum Beispiel für Straßenleuchten, Lichtsignale, Stadtmöbel usw. Somit dient er als wichtige Grundlage für alle folgenden digitalen Maßnahmen beider Städte. Der KNP bildet somit die infrastrukturelle Basis für Smart Cities ab. Derzeit ist eine Leistungsbeschreibung in Arbeit. Ziel ist es, im Frühjahr 2021 die Umsetzung des KNPs auszuschreiben.
 
3. Smartes Cockpit
Es handelt sich im ersten Schritt um ein digitales Cockpit auf der städtischen Homepage, auf dem alle Interessierten live relevante Daten aus dem öffentlichen Raum ablesen können: beispielsweise zur Lärmbelastung, zur Auslastung von Parkhäusern und Parkplätzen, zu verfügbaren E-Ladestationen, zum Füllstand städtischer Mülleimer, zur Funktionsfähigkeit von Laternenmasten etc.
 
Die Daten werden zusätzlich auf städtischen Servern gespeichert und können als Grundlage für städtische Entwicklungspläne, zum Personaleinsatz oder als Managementplattform verwendet werden.
 
Ziel ist es, in einem gemeinsamen Workshop mit der Stadt Aalen Anforderungen zu definieren und die Vergabe dieses Teilbereiches im Laufe des Jahres 2021 vorzubereiten. Im zweiten Schritt wird das Cockpit auch zur zentralen Datenplattform, auf der erfasste Daten aus dem städtischen Raum zusammenlaufen und bereitgestellt werden.
 
4. Smartes Parken
Um den öffentlichen Parksuchverkehr zu reduzieren, verfügbare Parkflächen besser auszulasten und das Verkehrsmanagement zu stärken, bieten sich Sensoren mit Magnetfeldern an, die Vandalismus-sicher auf öffentliche Parkplätze montiert werden. Die Sensoren liefern lediglich Änderungen des Magnetfeldes, es werden zu keiner Zeit personenbezogene Daten wie Kennzeichen erhoben. Über eine App können sich Autofahrer gezielt zu freien Plätzen navigieren lassen oder über die ÖPNV-App den Bus nehmen. Auch Parkplätze für bestimmte Zielgruppen (Mutter/Kind, Menschen mit Behinderungen) und E-Ladesäulen lassen sich finden.
 
Die Echtzeitdaten sind auch bei den Städten verfügbar, die gezielt kontrollieren können, weil die Parkdauer sekundengenau erfasst und grafisch abgebildet ist. Dieses Projekt soll bereits Ende 2021 starten.
 
5. Smarte urbane Logistik
Im Fokus steht die Entwicklung eines Citylogistikkonzepts, um innerstädtischen Logistikverkehre zu minimieren und zu optimieren. Insbesondere die Aufenthaltsqualität in den Fußgängerzonen leidet unter der Vielfalt unterschiedlicher Paketdienstleister, die zu allen Tages- und Nachtzeiten die Innenstadt befahren. Für Kurier-, Express- und Paket-Dienstleister könnte es innenstadtnah eine „Wand“ mit vielen Paketfächern (= Paketstation) geben, an der Pakete von Händlern und Kunden deponiert oder abgeholt werden können. Auch dieses Teilprojekt könnte bereits Ende 2021 von der Planungs- in die Realistationsphase gehen.
 
Gemeinsame Öffentlichkeitarbeit
Im Frühjahr 2021 startet die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit beider Städte mit folgenden Maßnahmen:

  • Erstellung einer Homepage, die die Fortschritte und Umsetzungsstand der Projekte dokumentiert.
  • Ein digitales Beteiligungsforum für die Bürgerinnen und Bürger wird eingeführt, um Ideen zu diskutieren, auszutauschen und zu bewerben
  • Durchführung von „Living Labs“ in beiden Städten mit Bürgerworkshops zu digitalen Themen
  • Make Ostwürttemberg in Aalen

 
In der zweiten Phase des Projektes von 2023 bis 2027 werden unter dem Dach der „Living Labs“ weitere Services und Lösungen getestet und eingeführt.
 
Mit den Modellprojekten Smart Cities soll die Zukunftsfähigkeit der Städte, Kreise und Gemeinden insgesamt gestärkt werden. Die Antragssumme teilt sich und beträgt für die erste Phase des Projekts für jede Stadt 1,25 Mio. Euro. Bei der zweiten Phase stehen 15 Mio. Euro für beide Städte zur Verfügung. Damit das komplexe Projekt umgesetzt werden kann, planen beide Städte eine neue Planstelle im jeweiligen Rathaus: einen Smart City Manager zur Projektkoordination des Modellprojekts „Smart City Made in Germany“.
Quelle: Städte Aalen und Heidenheim


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