Werner Glatzle

Metamorphosen Moderne Ensemblemusik

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Viktoriia Vitrenko

Viktoriia Vitrenko

Foto: Oliver Röckle

Am Sonntag, 7. April, 19 Uhr, tritt das Heidenheimer Ensemble AUDITE NOVA im Konzertsaal der Musikschule Heidenheim (Olgastr. 16) auf. Ensembleleiterin und Sängerin Viktoriia Vitrenko hat ein vielfältiges Programm zusammengestellt, in dem nicht nur nach Noten gespielt, sondern auch nach Vorlagen, Mustern oder Texten improvisiert wird.
Der Heidenheimer Förderverein für Neue Musik lädt bei freiem Eintritt dazu ein und bittet am Ausgang um Spenden.

AUDITE NOVA nannte Gert Baetge das Ensemble für zeitgenössische Musik, das er 1989 unter der Trägerschaft des Heidenheimer Fördervereins für Neue Musik gründete. Die Mitwirkenden im Ensemble sind Musiklehrer der Region mit einer gehörigen Portion Neugier und Engagement. Das Ensemble erarbeitet jährlich ein Programm mit zeitgenössischer Kammermusik in verschiedenen Besetzungen.

Viktoriia Vitrenko ist eine vielseitige ukrainische Sopranistin, Dirigentin und künstlerische Leiterin. Ihre musikalische Präzision und ausdrucksstarke Persönlichkeit sind besonders bei der Interpretation von Werken der zeitgenössischen Musik gefordert. Sie wurde international für ihre Leistungen in Chorleitung und Gesang mit Preisen ausgezeichnet. Seit 2016 leitet sie zudem Instrumentalensembles und Orchester.

Seit Menschengedenken wurde Musik nicht nur in Noten fixiert, sondern auch – und zwar ursprünglich – improvisiert, sie wird nach musikalischen Vorlagen, nach Sinneseindrücken, Gefühlen oder nach Texten, sogar nach Grafiken gespielt. Das Konzertprogramm wird mit einer auskomponierten „Intrada“ von Burkhard Kinzler für Blockflöte solo eröffnet. Ihr folgt ein teils notiertes, teils freies Gesangssolo des Briten Richard Barrett, das an einem Text orientiert ist. Sein Titel „Glossolalie“ weist auf die ekstatische Sprech- und Singweise u.a. bei religiösen Praktiken hin. Ein Podiumsgespräch zwischen Viktoriia Vitrenko und Burkhard Kinzler erläutert diese unterschiedlichen Ansätze zeitgenössischer Musik.

Das ganze Ensemble gestaltet „Codex XXV – seasonal words“ von Richard Barrett. 17 japanische „Haikus“, Kurzgedichte zu den Jahreszeiten, sind die Vorlagen, zu denen die Musiker Klangverläufe improvisieren, die jeweils ca. eine Minute dauern mit Stille als gliederndes und die Konzentration fokussierendes Element dazwischen. Der Komponist hat die Besetzung mit Instrumenten nicht festgelegt. Viktoriia Vitrenko hat sich für eine Fassung für singende Dirigentin, neuen Instrumente und Publikum entschieden.

Nach der Pause stellt das Ensemble sechs „Modelle“ von Hans Zender vor. Auch hier ist die Besetzung wie auch Auswahl und Reihenfolge variabel. Zender hat den „Modellen“ zwei Formprinzipien zugrunde gelegt, die traditionelle Kanonform und das Improvisieren nach grafischen Zeichen. Diese Prinzipien wechseln sich in dieser Zusammenstellung ab und illustrieren erneut den Spannungsbogen zwischen fixierter Komposition und Improvisation.

Werner Glatzle
Heidenheimer Förderverein für Neue Musik e.V.

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