Vorsicht: Abzocke mit Vorabzahlungen bei Online-Krediten 32  |  05.02.2021 09:00

Ein schnell und unkompliziert zugesagter Kredit, ohne Schufa-Auskunft und trotz schlechter Bonität – für viele Verbraucher ein willkommener Strohhalm.

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VERMEHRTE BETRUGSFÄLLE ONLINE: Bei Gebührenzahlungen für Kreditzusagen ist immer Vorsicht geboten. Wie die Verbraucherzentrale informiert, sind Vorabzahlungen von Kreditgebühren rechtlich nicht zulässig, genauer gesagt: Sie zu verlangen ist verboten.

VERMEHRTE BETRUGSFÄLLE ONLINE: Bei Gebührenzahlungen für Kreditzusagen ist immer Vorsicht geboten. Wie die Verbraucherzentrale informiert, sind Vorabzahlungen von Kreditgebühren rechtlich nicht zulässig, genauer gesagt: Sie zu verlangen ist verboten.

Foto: stock.adobe.com/Halfpoint

Vor Auszahlung des Kredits verlangen die Anbieter meist nur noch ein überschaubares Entgelt, dann werde das Geld unverzüglich ausgezahlt. Hier ist Vorsicht geboten: Dem Bundesverband der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ist kein einziger Fall bekannt, in dem der Anbieter sein Versprechen eingehalten hat.
 
Vor der vermeintlichen Auszahlung eines online vermittelten Kredites sollen Verbraucher eine Kaution, Provision oder Vermittlungs- beziehungsweise Bearbeitungsgebühr bezahlen – meist zwischen 200 und 300 Euro. „Wer dann bezahlt, läuft Gefahr, das Geld komplett zu verlieren und trotzdem keinen Kredit zu bekommen. “, warnt Meryem Osanmaz, Referentin im Team Marktbeobachtung Finanzmarkt des VZBV.
 
Die Betrugsmasche ist nicht neu: Die Angebote locken mit Hinweisen wie „ohne Schufa“. Für Verbraucher mit schlechter Bonität in einem finanziellen Engpass ist das ein gern gehörtes Versprechen. „Die Anbieter sitzen häufig im Ausland oder es gibt auf den Internetseiten kein Impressum“, so Osanmaz.
 
Wichtig zu wissen: Es ist verboten, Kosten für Kredite vor Erbringung der Leistung zu verlangen. Wer also Geld bezahlen soll, bevor er Geld bekommt, sollte hellhörig werden: Ein seriöser Kreditvermittler verlangt solche Vorabzahlungen nicht, im Frühwarnnetzwerk der Marktbeobachtung des VZBV wurde diese Masche aber von verschiedenen Anbietern gemeldet.
 
Für Verbraucher in finanzieller Notlage ist eine Schuldnerberatung die geeignetere Anlaufstelle. Kontakte können das Jobcenter oder das Sozialamt vermitteln. Auch die Verbraucherzentralen helfen bei der Suche nach seriösen Angeboten.
pm/txn