Vorschläge erwünscht für den Vogel des Jahres 32  |  26.10.2020 16:00

Der Nabu und sein bayrischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen erstmals die Bevölkerung dazu auf, den „Vogel des Jahres“ selbst zu wählen. Ab sofort kann jeder den eigenen Lieblingsvogel nominieren.

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MARTIALISCHER NAME FÜR EIN HÜBSCHES VÖGELCHEN: Der Bluthänfling (Carduelis cannabina) aus der Familie der Finken wäre doch ein geeigneter Kandidat für den „Vogel des Jahres 2021“. Foto: Mathias Schäf

MARTIALISCHER NAME FÜR EIN HÜBSCHES VÖGELCHEN: Der Bluthänfling (Carduelis cannabina) aus der Familie der Finken wäre doch ein geeigneter Kandidat für den „Vogel des Jahres 2021“. Foto: Mathias Schäf

Foto: Mathias Schäf/nabu

Die erste öffentliche Wahl zum 50-jährigen Bestehen der Aktion „Vogel des Jahres“ verläuft in zwei Phasen.
 
Bis einschließlich Dienstag, 15. Dezember werden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt, hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab 18. Januar ins finale Rennen um den Titel, am 19. März verkünden Nabu und LBV den ersten öffentlich gewählten Vogel des Jahres.
 
Der „Vogel des Jahres“ ist seit einem halben Jahrhundert eine Erfolgsgeschichte von Nabu und LBV. Besonders in Zeiten, in denen Menschen die Natur vor der eigenen Haustüre wieder entdecken, steigt das Interesse an der heimischen Vogelwelt und Artenvielfalt. Ganz Deutschland ist nun eingeladen, bei der Wahl zum Vogel des Jahres mitzumachen. Hierfür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse, nur den einen Vogel, der einem am Herzen liegt – die Veranstalter sind gespannt auf die Vorschläge.
 
Fast die Hälfte unserer Vogelarten steht auf der „Roten Liste“
Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“, sieben weitere Prozent auf der entsprechenden Vorwarnliste. Besorgniserregend ist vor allem die Situation von Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche sowie vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft. Deutschland verzeichnet seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent, mehr als zehn Millionen Vogelbrutpaare sind damit bereits von den Wiesen und Feldern Deutschlands verschwunden.
 
Hauptproblem ist die Intensivierung der Landwirtschaft
Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran. Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern lassen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den riesigen leergeräumten Monokultur-Landschaften finden sie keine Nahrung mehr, selbst Feld- und Wegränder werden immer kleiner. Deshalb mahnen Nabu und LBV eine andere Form der Landwirtschaft an, um die Feldvögel zu retten.
 
Auch viele weitere Vogelarten kämpfen mit Problemen. So verliert der Mauersegler zum Bespiel bei der unbedachten Renovierung von Gebäuden seine Brutplätze, und die Klimaerwärmung lässt den Lebensraum des Alpenschneehuhns schrumpfen.
 
Auf www.vogeldesjahres.de  stehen 307 Vogelarten zur Wahl, zudem gibt es dort ein Live-Ranking der Vögel. Wer den eigenen Vogelkandidaten noch weiter unterstützen möchte, kann mit der Aktionsplattform online oder offline Wahlkampf betreiben.
 
Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 und seitdem immer aus einem Gremium aus Fachleuten von Nabu und LBV gekürt.
 
pm/nabu