Rosemarie Croonen mit Goldener Münze ausgezeichnet 35  |  01.04.2021 08:00

Die Geschäftsbereichsleiterin für Schulen, Sport und Bäder im Rathaus Heidenheim wurde mit der Goldenen Münze des Sports ausgezeichnet.

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Rosemarie Croonen erhält von Oberbürgermeister Bernhard Ild die Goldene Münze. Ihr Ehemann Fredy Rönner weilte der Auszeichnung ebenfalls bei.

Rosemarie Croonen erhält von Oberbürgermeister Bernhard Ild die Goldene Münze. Ihr Ehemann Fredy Rönner weilte der Auszeichnung ebenfalls bei.

Foto: Stadt Heidenheim

Rosemarie Croonen sei ein „Glücksfall“ für die Stadt und ihren Sport; eine, auf die Verlass sei, deren Urteil Gewicht habe; eine, die mit aufrichtigem Interesse mit den Menschen diskutiere und nach Lösungen suche, die sich stets für ihr Lieblingsthema, den Sport, mit aller Kraft einsetze. „Die Zusammenarbeit mit Ihnen, das freundschaftliche Miteinander, hat mir immer eine große Freude bereitet. Sie werden mir fehlen.“
 
Das hat Oberbürgermeister Bernhard Ilg am Montagabend in einer kleinen Feierstunde im Rathaus zu Rosemarie Croonen vor gut 30 Gästen aus Sport, Politik und Stadtverwaltung gesagt. Anschließend zeichnete er die Geschäftsbereichsleiterin für Schulen, Sport und Bäder mit der Goldenen Münze des Sports aus. Die höchste Auszeichnung des Sports in Heidenheim für die 65-Jährige erfolgt kurz vor ihrem Ruhestand, der am 1. April beginnt – nach 43 Jahren im Dienst der Stadtverwaltung.
 
Der Mensch habe für sie stets im Mittelpunkt ihres Handelns gestanden, sagte Rosemarie Croonen. Sie dankte ihrem Ehemann, dass der sie stets geerdet und sie in schwierigen Zeiten unterstützt hat. OB Bernhard Ilg bezeichnete sie als Sinnbild der Demokratie und dankte ihm für sein Vertrauen in sie, ebenso ihrem Chef, Matthias Heisler. Ihren Kollegen riet sie, voller Selbstbewusstsein den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
 
Sie hat, sagte sie mit Blick auf ihr Ausscheiden, gerne in der Stadtverwaltung gearbeitet. Die Balance zwischen Verwalten und Gestalten sei ihr wichtig. Zudem habe sie stets versucht, sich zu verbessern, sei mit ihrer Arbeit nie ganz zufrieden gewesen. „Ich empfinde Demut, dass mir dieser Weg möglich war und ich selbst entscheide, wann ich gehe.“
 
Der Umbau des Albstadions auf dem Schlossberg oder der Sportentwicklungsplan markieren nur einige wenige der vielen sportlichen Etappen in Rosemarie Croonens Arbeitsleben. Dazu kommen Meilensteine im Bereich Schulen und Betreuung der Bäder, etwa der Schulentwicklungsplan 2020 oder der Betrieb des Waldfreibads. In all diesen Bereichen hat sie sich Respekt erarbeitet – auch wegen ihres Credos. „Ich rede nur über Dinge, über die ich informiert bin.“ Phrasen hingegen wecken ihr berüchtigtes Temperament.
 
Rosemarie Croonen, Jahrgang 1955, wuchs als Kind von Eltern auf, die als Vertriebene aus Ungarn nach Heidenheim gekommen waren. Von ihrem Vater, einem Arbeiter, und ihrer Mutter, einer Verkäuferin, lernte sie, dass sich harte Arbeit lohnt. Als einziges Mädchen an ihrer Grundschule wechselte sie aufs Schiller-Gymnasium, schrieb mit 18 ihr Abitur und begann eine kaufmännische Ausbildung.
 
Als die Umstände sich ändern, bewirbt sie sich im Hochbauamt der Stadtverwaltung Heidenheim. Parallel studiert sie Betriebswirtschaft. Ich hab‘ kapiert, dass ich meinen Kopf beschäftigen muss.“ 1986 erhält sie ihr Diplom – als beste ihres Jahrgangs. 1991 schließlich wird sie stellvertretende Amtsleiterin – als erste Frau im Rathaus Heidenheim überhaupt. Sie übernimmt die Aufgabe, die sie 30 Jahre lang ausfüllt.
 
Ein einprägsames Erlebnis war der DFB-Pokal 2008, als der VfL Wolfsburg auf dem Schlossberg gegen den 1. FCH spielen sollte. Damals hat sie mit den Helfern und dem Verein binnen drei Wochen das Stadion fürs Spiel bereit gemacht: mobile Tribünen hergeschafft, zusätzliche Stehplätze organisiert, das Gelände eingezäunt. „Im Kopf habe ich am Tag und vor allem in der Nacht durchgeschafft“.
 
Künftig will sie „im Rentenloch“ ihre Freiheiten ausnutzen, ausschlafen und jeden Sonnenstrahl genießen, den sie erhaschen kann. Fehlen werden ihr die Leute im Rathaus, „mit denen ich auch mal Blödsinn machen kann“.
 
pm/Stadt Heidenheim