Radtour durch die Bio-Musterregion Heidenheim plus

lis 43

Verbraucher auf die Höfe bringen: Vier ganze Tage lang radelte die Gruppe der Radlerinnen und Radler von der Bio-Musterregion plus auf einer Entdeckungsreise auf der östlichen Schwäbischen Alb von Hof zu Hof und durch die Täler von Brenz und Egau.

Bilder
Idyllische Morgenstimmung bei den Wasserbüffeln im Eselsburger Tal.

Idyllische Morgenstimmung bei den Wasserbüffeln im Eselsburger Tal.

Foto: Johanna Böll, Landratsamt Heidenheim

Organisiert wurde die Radtour in Kooperation mit der Landvolkshochschule Wernau-Leutkirch, der Bio-Musterregion Heidenheim plus und Anton und Maria Kohler. "Das Ziel war es den Besucherinnen und Besuchern unsere schöne Region zu zeigen und sie mit der regionalen Landwirtschaft in Kontakt zu bringen", so Johanna Böll, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion. Ingesamt vier landwirtschaftliche Betriebe, eine Brauerei, die Landeswasserversorgung und ein Vortrag zu Effektiven Mikroorganismen standen auf der Agenda.
 
 Los ging es mit den Rädern vom Hotel-Restaurant Hoffmann in Herbrechtingen ins schöne Ugental. Auf dem Weg konnte die Gruppe bereits Rainer Bihlmaier das Grünfutter für seine Angus-Rinder vom Feld holen sehen. Bei der anschließenden Hofbesichtigung erklärte der Bioland-Landwirt wieso er bei der Wurst-Herstellung ohne Bindemittel auskommt. Weiter ging es zum Talhof. Benjamin Kapfhammer vom Talhof erleben e.V. zeigte eindrucksvoll an einem echten Kuh-Schädel, dass die Stirnhölen sich bis weit ins Horn fortsetzen und erklärte, dass das Horn ein wichtiges Sinnesorgan des Tieres sei. Natürlich durften in Heidenheim der Wildpark, der Blick über die Stadt vom Schloss Hellenstein aus und die Geschichte der Knöpfleswäscherin nicht fehlen.
 
Am zweiten Tag, mit Startpunkt am ehemaligen Kloster Anhausen, verzauberte das Eselsburger Tal mit seiner mystischen Morgenstimmung. Wasserbüffel und Weiderinder der Biotal Hofgemeinschaft betrachteten die bunte Radgruppe neugierig. Christoph Bosch von der Biotal Hofgemeinscahft berichtete über das neue Hirse-Anbauprojekt der Kornkreis Erzeugergemeinschaft. "Mit dem Anbau von Hirse wollen wir unsere Kulturen an das trockener werdende Wetter anpassen. Mit den ersten Ernten sind wir ganz zufrieden, auch wenn es dieses Jahr natürlich eher verregnet war", so Bosch. Entlang der Wachholderheiden, vorbei an den Steinernen Jungfrauen ging es schließlich zum Herbrechtinger Bauernmarkt, der sein 25-jähriges Bestehen als Ältesten im Landkreis Heidenheim feiert.. Der Tag endete schließlich mit der Besichtigung des Egau-Wasserwerks auf dem Härtsfeld. Am nächsten Tag ging es zum Schloss Taxis in Dischingen. Dort betreibt Michael Winter von Ravera einen Vertrieb von Effektiven Mikroorganismen. Zu Mittag kehrt die Gruppe bei Siegmar Haußmann ein, einem Nebenerwerbsbetrieb in Ballmertshofen. "Mit der ökologischen Bewirtschaftung meiner 6ha möchte ich einen Beitrag zur Bewahrung unserer Schöpfung leisten und für die Zukunft unserer Kinder die Natur bewahren", erklärt Herr Haußmann voll Überzeugung. Beeindruckt war die Radgruppe ebenfalls über das Engagement von Christoph Hald, Inhaber der Härtsfelder Familienbrauerei Hald. Am letzten Tourentag ging es vorbei am Kunsthandwerkermarkt auf der Burg Katzenstein weiter durch Waldgebiet an der ältesten, aktiven Köhlerei in Süddeutschlands vorbei bis zum Ochsenberg. Dort gab es zum Abschluss eine kleinteilige Form der Landwirtschaft zu betrachten. Solidarische Landwirtschaft, Mobilställe für Hühner und Gemüsebau nach dem Market Garden Prinzip. "Wir haben bereits eine enorme Schicht Humus durch unser System aufbauen können. So können wir der Natur etwas zurückgeben.", erklärt Björn Jennewein sein Wirtschaften. Über den Winter wollen Björn und Nadine Jennewein das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft auf feste Beine stellen. Zum Abschluss der Tour ging es den Ochsenberg hinunter bis zum Brenzursprung.
 
Landratsamt Heidenheim