Optimal versorgt mit Hydrokultur 12  |  12.01.2021 14:00

Erde braucht es nicht: Bei Hydrokultur hier werden Pflanzen in roten Tonkügelchen kultiviert und dank eines ausgereiften Systems optimal versorgt. Das System eignet sich auch für Menschen ohne grünen Daumen, denn es gibt nur wenige Regeln, die beachtet werden müssen.

Bilder
ECHTE HILFE BEI DER ZIMMERPFLANZEN-PFLEGE: Durch den Anzeiger im Hydrokultur-Topf kann der Wasservorrat kinderleicht im optimalen Bereich gehalten werden. Erde oder ein anderes Substrat brauchen Pflanzen bei diesem System nicht.

ECHTE HILFE BEI DER ZIMMERPFLANZEN-PFLEGE: Durch den Anzeiger im Hydrokultur-Topf kann der Wasservorrat kinderleicht im optimalen Bereich gehalten werden. Erde oder ein anderes Substrat brauchen Pflanzen bei diesem System nicht.

Foto: GMH

Die Natur nachzubilden, ist schwer. Darunter leiden viele Zimmerpflanzen, die es aus wärmeren Regionen der Welt in unsere Wohnungen geschafft haben.
 
Es macht einen großen Unterschied, ob Pflanzen mit den Wurzeln in einem Topf mit Blumenerde oder im Dschungelboden sitzen. Natürlicherweise wachsen Pflanzen an Standorten, an denen Bodenfeuchtigkeit und Nährstoffe zu ihren Ansprüchen pas-sen. Auf der Fensterbank müssen sie mit dem zufrieden sein, was sie zum Leben be-kommen - neben ausreichend Licht benötigen Pflanzen vor allem Wasser und Nähr-stoffe. Erde ist für die Versorgung hingegen nicht notwendig.
 
Deshalb verzichten Gärtner immer öfter ganz darauf: So wächst beim Indoor Farming (Englisch für: Anbau in Gebäuden) Gemüse unter Kunstlicht ganz ohne Bodenkontakt. Kräuter sprießen in speziellen Schränken im Supermarkt, Salat und Tomaten gedeihen in Regalfächern alter Fabrikhallen. Die Wurzeln hängen beim hydroponischen Anbau in einer speziellen Nährlösung.
 
Neu ist das Prinzip nicht: Seit den 1960er Jahren wird es auch unter dem Namen Hydrokultur für Zimmerpflanzen verwendet. Hier hängen die Wurzeln jedoch nicht einfach im Wasser, sondern sitzen zwischen roten Tonkügelchen. Sie geben den Pflanzen Halt und nehmen durch ihre offenporige Oberfläche Wasser auf. Das sorgt für eine gleichbleibende Feuchtigkeit bei gleichzeitig guter Belüftung. Denn nur der Fuß des Topfes steht bei Hydrokultur im Wasser.
 
Durch den Vorrat am Boden sind die Gießabstände länger. Eine echte Hilfe dabei ist ein Anzeiger im Topf: Dank einer Skala ist der Wasserstand kinderleicht im optimalen Bereich zu halten.
 
Die Nährstoffversorgung lässt sich gut über Düngergaben im Wasser steuern – entweder wird schwach dosierter Flüssigdünger mit jedem Gießen oder alle paar Monate ein fester Langzeitdünger verabreicht - das sorgt für eine optimale Pflanzenernährung. Mit Hydrokultur ist es also ganz einfach, zwei der drei Grundbedürfnisse von Pflanzen zu erfüllen.
 
Fehlt noch ein drittes Bedürfnis: Gelangt jetzt noch ausreichend Licht an die Blätter, steht einem gesunden Wachstum der Pflanze nichts mehr entgegen. Weil Hydrokultur sehr pflegeleicht und auch für Menschen ohne grünen Daumen leicht zu verstehen ist, eignet sie sich auch besonders gut für Büros und professionelle Begrünungs-Projekte.
 
 
Einfach umtopfen geht nicht
Werden Zimmerpflanzen in Hydrokultur gehalten, darf sich keine Erde an den Wurzeln befinden. Deshalb funktioniert es in der Regel nicht, ein großes Gewächs aus Erdkultur einfach umzustellen. Werden die Pflanzen direkt in Blähtonkügelchen aufgezogen, bilden sie ein auf die Bedingungen spezialisiertes Wurzelsystem.
 
Deshalb zahlt es sich aus, im gut sortierten Fachhandel oder direkt in einer Fachgärtnerei spezielle Hydrokultur-Pflanzen zu kaufen. Nähere Information findet man unterwww.fachverband-hydrokultur.de.
 
pm/GMH