Natur für drinnen: Mit Zimmerpflanzen lebt es sich besser 22  |  11.10.2020 11:00

Jetzt geht‘s wieder rein – doch auf eine grüne Umgebung muss niemand verzichten. Mit Zimmerpflanzen im Haus, in der Wohnung und im Büro lässt sich auch drinnen eine natürliche Umgebung schaffen.

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Exoten aus Gärtnerhand: Eine Zimmerpflanze, wie dieses Fensterblatt (Monstera), belebt einen Raum und sorgt für mehr Wohlbefinden.

Exoten aus Gärtnerhand: Eine Zimmerpflanze, wie dieses Fensterblatt (Monstera), belebt einen Raum und sorgt für mehr Wohlbefinden.

Foto: GMH

Stilmittel mit positiver Wirkung
Immer mehr Menschen holen sich ein Stück Natur in ihre Wohnräume. Zimmerpflanzen sind nicht nur Stilmittel der modernen Inneneinrichtung. Sie sind auch ein Zeichen von Naturverbundenheit und bilden einen Gegenentwurf zu einer hektischen, technisierten Umwelt. Blätter und Blüten können die eigenen Räume in eine Oase der Ruhe und Behaglichkeit verwandeln. Zudem haben Pflanzen dank ihrer kraftvollen Ausstrahlung eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche. Es hilft besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn die Stimmung häufig gedrückt ist, den Blick auf eine Pflanze zu richten. Tests haben gezeigt, dass ihr Anblick bei stressgeplagten Menschen den Puls sinken lässt. In begrünten Räumen erzielen Prüflinge nachweislich bessere Testergebnisse und Patienten werden schneller gesund. Darüber hinaus bauen Zimmerpflanzen Schadstoffe ab, schlucken Geräusche und befeuchten die Luft.
 
Robuste Sorten setzten sich durch
Der Weg von tollen Zimmerpflanzen auf die heimische Fensterbank ist denkbar einfach. Während zu Beginn des 19. Jahrhundert Pflanzenjäger auf der ganzen Welt nach Raritäten suchten und Ableger per Schiff nach Europa schickten, gibt es heute ganzjährig eine große Auswahl im Gartenfachhandel. Dabei handelt es sich um nachhaltige Gewächse, die durch Gärtnerhand vermehrt und umweltverträglich im Gewächshaus aufgezogen wurden. Es unterliegt dem Zeitgeschmack, was sich gerade gut verkauft. Als Zimmerpflanzen in den 1950er Jahren in die Wohnzimmer einzogen, wollten die Menschen mit Exoten zeigen, dass der wirtschaftliche Aufschwung bei ihnen angekommen ist. Es setzten sich robuste Sorten durch, die derzeit wieder angesagt sind. Zu den typischen Retro-Pflanzen zählen Bogenhanf (Sansevieria), Gummibaum (Ficus elastica), Zierspargel (Asparagus) und Fensterblatt (Mons­tera).
 
Exoten für den Hausgebrauch
Immer mehr Pflanzen aus tropischen Regionen erobern unsere Wohnzimmer. Als heimische Art hat sich lediglich eine Zuchtform des Efeus (Hedera) durchgesetzt. Das Sortiment an Exoten für den Hausgebrauch ist hingegen in den vergangenen Jahrzehnten enorm gewachsen. Großer Beliebtheit erfreuen sich heute unter anderem Zimmerpflanzen mit langer Blühdauer wie Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis), Flamingoblume (Anthuria) und Flammendes Käthchen (Kalanchoe). Als Hängepflanzen für den Dschungel-Effekt sind Kletter-Baumfreund (Philodendron), Efeutute (Epipremnum) und Korallenkaktus (Rhipsalis) angesagt. Angesagte Luftverbesserer sind unter anderem Einblatt (Spathiphyllum), Drachenbaum (Dracaena), Dieffenbachie (Dieffenbachia) und Grünlilie (Chlorophytum). Und zu den Lieblingspflanzen der Trendsetter zählen zudem Kentia-Palmen (Howea), Elefantenfuß (Beaucarnea) und Elefantenohr (Alocasia). Dabei ist es mit Raumbegrünung wie mit der Mode: Erlaubt ist was gefällt. Doch anders als bei Kleidungsstücken kann man von Zimmerpflanzen eigentlich nie zu viel haben.
pm/GMH