Nabu-Insektensommer: Die erste Zählrunde ist ausgewertet 25  |  12.07.2021 14:00

Der Asiatische Marienkäfer liegt im Bundesdurchschnitt erstmals auf Platz eins beim Nabu-Insektensommer. Die zweite Zählrunde beginnt am 6. August.

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DIE ERSTE ZÄHLRUNDE IST AUSGEWERTET: Doch schon vom 6. bis zum 15. August findet die zweite Runde des Insektensommers statt, zu dem der Nabu alle Naturfreunde aufruft.

DIE ERSTE ZÄHLRUNDE IST AUSGEWERTET: Doch schon vom 6. bis zum 15. August findet die zweite Runde des Insektensommers statt, zu dem der Nabu alle Naturfreunde aufruft.

Foto: Michael Sieber

Sechs Beine, bis zu 19 Punkte, ein „W“ auf dem Kopfschild und einen Riesen-Appetit auf Blattläuse: Der Asiatische Marienkäfer hat seinen heimischen Verwandten überholt und schwirrt bundesweit erstmals auf Platz eins des Nabu-Insektensommers. Der Einwanderer verdrängt die Steinhummel vom Siegertreppchen. Danach folgen Hainschwebfliege und Siebenpunkt-Marienkäfer.
 
Insgesamt haben 9060 Menschen Anfang Juni Insekten beobachtet und dem Nabu gemeldet. „Das ist eine leichte Steigerung zum vergangenen Jahr, als 8370 Teilnehmer im ersten Zählzeitraum dabei waren“, freut sich Insektenexpertin Sabine Holmgeirsson: „Der Insektensommer trifft einen Nerv. Auch die Menschen im Südwesten wollen mehr über diese überaus wichtige Tiergruppe wissen und sich für sie einsetzen.“
 
Der kühle Frühling ließ Hummeln und Wespen hungern
Den Spitzenplatz für den auch Harlekin genannten Asiatischen Marienkäfer erklärt sich der Nabu vor allem mit dem Wetter: „Durch das sehr kühle und feuchte Frühjahr konnte der Asiatische Marienkäfer erst vergleichsweise spät mit der Fortpflanzung beginnen. Im ersten Zählzeitraum im Juni waren so besonders die erwachsenen Tiere aktiv und wurden häufiger gesichtet als Larven und Puppen“, sagt die Nabu-Fachbeauftragte für Wildbienen.
 
Das kühle Frühjahr ließ auch die Pflanzen später als üblich blühen oder die Blüte fiel teils ganz ins Wasser. Das bekamen besonders Hummeln und Wespen zu spüren: Deren Königinnen machen sich im Frühjahr auf, um Nester zu bauen und neue Völker zu gründen. Findet sich wenig Nahrung, sterben viele Königinnen und damit fehlen die Nachkommen, die im Sommer umherfliegen würden.
 
Besonders problematisch war der Frühlingsbeginn offenbar für Ackerhummel und Erdhummel. Letztere wurden gegenüber den Vorjahren nur halb so oft gesichtet. Ähnlich sieht es bei den Wespen aus: Deutsche Wespe und Gemeine Wespe lagen nur bei 40 Prozent des Vorjahres.
 
Einen Einstieg in die vielfältige und faszinierende Welt der Insekten bietet die Entdeckungsfrage, die seit vergangenem Jahr bei jedem Insektensommer gestellt wird. „Dabei sollen die Teilnehmer schauen, ob sie den aus Fernost importierten Asiatischen Marienkäfer oder den heimischen Siebenpunkt häufiger sehen“, so Holmgeirsson. 2020 hatte der Siebenpunkt das Rennen gemacht. In diesem Jahr liegt der Asiatische vorn – bisher. Die Chance für den Siebenpunkt, den Harlekin doch noch vom Thron zu stoßen, kommt schon bald: Vom 6. bis 15. August findet die Hochsommerzählung des Nabu-Insektensommers statt. Dann wir auch wieder die Entdeckungsfrage nach den Marienkäfern gestellt.
 
Weitere Informationen findet man auf www.insektensommer.de. Dort gibt es auch viel Hintergrundwissen zu den sechsbeinigen Krabblern.
 
PM/Nabu