Müllvermeidung: Lebensmittel sind zu schade für die Tonne 21  |  26.04.2021 00:00

Etwa zwei vollgepackte Einkaufswagen Lebensmittel wirft jeder Deutsche im Jahr weg - zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universität Stuttgart gekommen.

Bilder

Foto: AdobeStock.com/Andrey Popov

Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft hat die Mengen weggeworfener Lebensmittel in Deutschland abgeschätzt. Auf das ganze Land umgerechnet, macht das rund elf Millionen Tonnen verzehrbarer Lebensmittel aus, die im Müll landen. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Hersteller und die Industrie, sondern eben auch die Verbraucher.
Die Studie hat zudem aufgezeigt, dass beinahe die Hälfte aller Essensabfälle in deutschen Haushalten Obst und Gemüse sind. Speisereste und Backwaren stehen mit 27 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Milchprodukten mit acht Prozent. Fisch und Fleisch landen laut Studie am seltensten in der Tonne.
Die Privathaushalte verursachen den meisten Müll
Der meiste Lebensmittelmüll kommt demnach ganz eindeutig aus den privaten Haushalten mit 61 Prozent oder 6,7 Millionen Tonnen. Lediglich ein Prozent stammt aus Gaststätten und Kantinen, fünf Prozent, also etwa 550 000 Tonnen, aus dem Handel und 17 Prozent aus der Industrie, was rund 1,9 Millionen Tonnen jährlich entspricht.
Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger im Jahr 81,6 Kilo Lebensmittel weg. Wer bewusster mit Lebensmitteln umgeht, kann nicht nur unnötigen Abfall vermeiden, sondern zugleich bis zu 250 Euro pro Person jährlich sparen: Laut Studie summiert sich bei einem Vier-Personen-Haushalt dieser Betrag auf rund 940 Euro.
Es lohnt sich, Fehlkäufe zu vermeiden, indem man sich stets einen Überblick über die eigenen Vorräte verschafft und die Lebensmittel richtig aufbewahrt. Wenn trotz guter Planung mal das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass diese Lebensmittel nun nicht mehr genießbar wären, das gilt auch für das Überschreiten des Verbrauchsdatums. „Gehen Sie nach Ihrem eigenen Geruchs- und Geschmackssinn und entscheiden Sie selbst“, appelliert der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb an die Verbraucher.
Allerdings sollte bei leicht verderblichen tierischen Produkten das Verbrauchsdatum beachtet werden, denn ist dieses überschritten, lässt sich die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung nicht ausschließen. Werden diese Lebensmittel dann weggeworfen, sollte man sie nicht über den Kompost entsorgt werden, da sonst Ratten angelockt werden.
Info: www.abfall-hdh.de