Maike Wagners "Wort" 19  |  06.02.2021 14:00

Woche für Woche richtet sich WZ-Teamleiterin Maike Wagner in ihrem "Wort" an die Leser, um auf Missstände hinzuweisen, aber auch um über schöne Erlebnisse zu berichten.

Bilder
Maike Wagner

Maike Wagner

Foto: Wochenzeitung

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde und Inserenten,
 
manchmal könnte auch ein Optimist wie ich den Glauben verlieren. Und die Frage, warum helfen so schwierig ist, stellt sich dann. Ich habe mir schon oft gedacht, was machen also die vielen Menschen, die nicht auf Kontakte zurückgreifen können, wenn sie Hilfe brauchen? Ein neuer Tiefschlag war im Sommer 2020, dass acht liebe Menschen wegen "formalbürokratisch können wir das nicht" auf die Straße gesetzt werden können.
 
Für alle die helfen ein Schlag ins Gesicht! Eine völlig unnötige Kündigung die darauf basiert, dass ein Formular seinen Adressat noch nicht erreicht hat. Ich bin jedenfalls, als ich in meinem Urlaub davon ausging alles ist bestens in Ordnung, in den Bergen mit der Kündigung völlig überrascht worden. Verantwortliche sind krank, Vertretungen melden sich nicht, als ob es keinen Menschen interessiert was die Folgen sind. Ich ging dann, nach mehreren sehr schwierigen und unschönen Gesprächen davon aus, dass dies sich noch zum Guten wendet, denn es hing ja das Schicksal von acht Menschen dran, deren neues Leben seit fünf Jahren, quasi ein weiteres Mal weg gebombt werden sollten.
 
Genau von dieser Familie, sollte der 15 jährige Sohn, mangels Mitwirkung vor vier Jahren ausgewiesen werden. Dies ging ohne Klage gegen die Bundesrepublik nicht. Wenn ich mir überlege, was ich "formalbürokratisch" machen kann, fällt es mir schwer zu glauben, dass beim Warten auf ein Papier, dies billigend in Kauf genommen wird, trotz der damit verbundenen unglaublichen Konsequenzen. Eine telefonische Nachfrage bei der anderen Behörde, wäre eine Möglichkeit gewesen.
 
Ich bin Christ und meine christl. Nächstenliebe erfordert "Menschlichkeit und Mitgefühl" auch formalbürokratisch. Genau solche Menschen haben dann geholfen, dazu gehört für mich auch der Heidenheimer Intergrationhelfer Günther, die Bürgen und auch die Vermieterin. Lesen sie die Geschichte auf Messers Schneide und Ihr gutes Ende (Seite 18 und 19 in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung).
 
Ihre Maike Wagner-Dittrich