Keine Panik vor Hornissen 40  |  15.05.2020 17:00

Hornissen als sommerliche Untermieter sind nicht bei allen beliebt. Dabei sind die Tiere grundsätzlich friedlich.

Bilder
IMMER AUF DER SUCHE NACH BAUMATERIAL: Wenn es still ist, kann man sogar hören, wie die Hornissen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Holz für den Nestbau abraspeln.

IMMER AUF DER SUCHE NACH BAUMATERIAL: Wenn es still ist, kann man sogar hören, wie die Hornissen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Holz für den Nestbau abraspeln.

Foto: Archiv/Neue Woche

Sommerzeit ist Hornissenzeit: Schon im April haben die Hornissenköniginnen, die die kalte Jah-reszeit in einem geschützten Winterquartier verbracht haben, mit dem Nestbau begonnen. Im Mai und Juni geht es an den Ausbau des Eigenheims.
 
Zum Nestbau werden nicht nur Baumhöhlen, sondern aufgrund des Rückgangs ihrer natürlichen Lebensräume auch vermehrt künstliche Quartiere wie Dachböden, Gartenschuppen, Rollladenkästen oder Vogel- und Fledermausnistkästen belegt. Oft führen die Aktivitäten dieser sommerlichen Untermieter jedoch zu Besorgnis und Unwohlsein bei den „eigentlichen“ Anwohnern. Dies ist aber in den allermeisten Fällen unbegründet, wie die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Heidenheim mitteilt.
 
Hornissen wehren sich nur bei Bedrohung, in Verteidigungsbereitschaft befinden sie sich nur in unmittelbarer Nähe zu ihrem Nest. Bereits wenige Meter vom Nest entfernt nimmt diese Verteidigungsbereitschaft stark ab. In jedem Fall gut zu wissen ist aber, dass die Stiche von Hornissen weniger giftig sind als beispielsweise die von anderen Wespen oder Honigbienen – auch wenn sie auf Grund des größeren Stachels zunächst eventuell schmerzhafter erscheinen können. Jedoch können auch einzelne Stiche von Hornissen bei Allergikern heftige Reaktionen auslösen.
 
Ein Zusammenleben mit Hornissen, die als natürliche Schädlingsbekämpfer nützlich im Garten und in der Natur generell sind, ist unter Beachtung bestimmter Verhaltensregeln in der Regel problem- und gefahrlos möglich. Wichtig ist die Vermeidung ruckartiger, hektischer Bewegungen oder Erschütterungen in Nestnähe.
 
Wegen ihres Gefährdungsgrades sind Hornissen nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, sie dürfen nicht getötet und ihr Nest darf nicht beseitigt werden. Eine Umsiedlung ist nur an besonders kritischen Stellen mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde möglich.
 
Wenn in seltenen Fällen einmal eine Umsiedlung nötig sein sollte, wird diese von den ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten des Landkreises vorgenommen. Der Aufgabenbereich der Hornissenbeauftragten erstreckt sich von der fachkompetenten und praxisgerechten Bürgerberatung bis hin zu Schutzmaßnahmen, die besonders entsprechende Beratungen vor Ort sowie im Bedarfsfall auch Umsiedlungen von Hornissen beinhalten können.
 
Weitere Informationen zur Lebensweise der Hornissen sowie zu möglichen Schutzmaßnahmen sind - ebenso wie die Kontaktdaten der ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten - auf der Homepage des Landkreises www.landkreis-heidenheim.de (Suchbegriff Artenschutz) eingestellt.