Jetzt neuen Wohnraum für Spatz, Meisen & Co. schaffen 38  |  08.02.2021 11:00

Der Nabu gibt Tipps zu Vogelarten und passenden Nistkästen:

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Foto: stock.adobe.com/Ralf Urner

Im zeitigen Frühling starten die ersten Gartenvögel mit der Familiengründung und stecken mit lautem Gesang ihr Revier ab. Für den Nachwuchs wird nun ein sicheres Nest gesucht und kuschelig ausgepolstert. "In naturnahen Gärten mit alten Obstbäume, Scheunen und Hecken finden viele Arten ein passendes Plätzchen und passendes Nistmaterial. Amsel, Grasmücke und Fink platzieren ihre offenen Nester gut geschützt ins Geäst von Bäumen, Büschen und Sträuchern", sagt NABU-Ornithologe Stefan Bosch. Günstig dafür sind Gehölze wie Liguster, Schlehe oder Holunder. Sie bieten neben Nistplätzen im Frühling auch Beerennahrung im Herbst.
 
Weil auch im urbanen Raum immer mehr Flächen bebaut werden, fehlen vogelfreundliche Strukturen zunehmend. Nistkästen in verschiedenen Modellen, auch als Halbhöhlen für Nischenbrüter, sind daher stets willkommen. Wer kann, sollte daher im Garten, auf dem Balkon, an der Hausfassade oder am Carport für alternative Brutplätze sorgen. Damit Vögel beim Nestbau und beim Brüten nicht gestört werden, muss der Heckenschnitt laut Bundesnaturschutzgesetz bis spätestens 29. Februar erledigt sein.
 
Wer braucht Platz? Der Spatz!
So vielfältig wie die Vogelwelt sind die Bedürfnisse. Der Hausperling beispielsweise, Finalist der Jubiläumswahl zum Vogel des Jahres, ist als Kulturfolger schon lange unser Nachbar. Seit Jahren tschilpt er vom Dach, dass es ihm an Wohnraum und Nahrung mangelt. Ein naturnaher, vielfältiger Garten bietet heimische Wildpflanzen mit Körnern und Samen, aber auch Insekten zur Jungenaufzucht. Wo Nischen oder Höhlen, bevorzugt an Gebäuden oder in Baumhöhlen fehlen, nutzt der Spatz Nistkästen mit 32 Millimeter großer Öffnung, am liebsten im geselligen Reihenhaus. Aufgehängt wird dieses an der Hauswand, an einem Dachbalken oder am Schuppen, möglichst hoch oben, gern auch unter einem Dachvorsprung. Das Flugloch sollte wettergeschützt, möglichst Richtung Morgensonne zeigen.
 
Nistkästen für Gartenvögel sollten aus nachhaltigem, stabilem Material, wie Holz oder Holzbeton, bestehen. Sie können beim NABU oder im Gartenfachhandel gekauft werden. "Der Brutinnenraum muss ausreichend groß sein und der Kasten, je nach Vogelart, eine Fluglochweite von 26 bis 32 Millimetern aufweisen. Am häufigsten nutzen Kohl- und Blaumeisen die Nistkästen, aber auch Kleiber und Haussperling finden sich dort ein", so Vogelexperte Bosch.
 
Gartenwohnungen: Hecken und Bäume bieten Nistplätze
Nischenbrüter, wie das Rotkehlchen, ein weiterer Vogel des Jahres-Finalist, bauen ihre Nester in Hecken oder Efeuwänden, nutzen aber auch halboffene Nistkästen. Diese können an einem Dachbalken, Carport oder an der Hauswand befestigt werden. "Wer gerne werkelt, kann die Nistkästen selbst zimmern. Damit die Proportionen stimmen und bald nach dem Bau eine Vogelfamilie einzieht, sollte eine Bauanleitung zu Rate gezogen werden", rät Bosch.
 
pm/nabu