Schlafstörungen: Gute Nacht? Von wegen! 81  |  23.05.2020 16:00

Von ausreichendem, gesundem Schlaf können viele nur träumen: Der Anteil der 19- bis 29-Jährigen mit schweren Schlafstörungen hat sich binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt.

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AN SCHLAF IST FÜR VIELE NICHT ZU DENKEN: Und dabei ist eine erholsame Nachtruhe die Grundvoraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Immer mehr junge Menschen sind von dem Problem betroffen.

AN SCHLAF IST FÜR VIELE NICHT ZU DENKEN: Und dabei ist eine erholsame Nachtruhe die Grundvoraussetzung für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Immer mehr junge Menschen sind von dem Problem betroffen.

Foto: stock.adobe.com/New Africa

Übermüdet durch den Alltag? Das trifft vor allem auf immer mehr junge Erwachsene zu. Laut einer bundesweiten Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) schlafen vor allem die 19- bis 29-Jährigen zunehmend schlechter.
 
Der Anteil dieser Altersgruppe mit ärztlich diagnostizierten, nicht organisch bedingten Schlafstörungen hat sich von 2007 auf 2017 fast verdoppelt (plus 89 Prozent). So hoch war der Anstieg in keiner anderen Altersgruppe.
 
„Die Dunkelziffer dürfte aber noch viel höher sein, denn nicht jeder geht bei Schlafmangel zum Arzt“, erläutert Horst Gentner vom KKH-Serviceteam in Aalen. Der große Anstieg ist ein echtes Warnsignal, denn anhaltende Schlafstörungen können Begleiterscheinungen diverser Leiden sein und erhöhen unter anderem das Risiko, an Depressionen und Angststörungen zu erkranken.
 
Auszubildende, Studenten und viele Berufstätige sind vor allem psychisch hoch beansprucht, gerade Berufsanfänger stehen häufig unter Erfolgsdruck. Viele kümmern sich noch nach Feierabend um berufliche Angelegenheiten, lesen dienstliche E-Mails oder planen den nächsten Arbeitstag. Gerade die Jüngeren chatten, posten und liken darüber hinaus häufig noch bis tief in die Nacht hinein.
 
Gentner rät deshalb dringend zu einem Gegenpol zu Büroarbeit und Medienkonsum. „Wer im Job psychisch gefordert ist, sollte sich zum Ausgleich unbedingt bewegen und den Feierabend nicht noch vor dem Computer verbringen.“ Gentner rät außerdem dazu, mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafen offline zu gehen, ddas blaue Licht von mobilen Geräten stört die Ausschüttung des für einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus wichtigen Schlafhormons Melatonin.
 
Tipps für eine gute Nachtruhe
 

  • Regelmäßige Schlafzeiten: Im Idealfall jeden Tag (auch am Wochenende) zur gleichen Zeit aufstehen. Abends ins Bett gehen, wenn man sich müde und schläfrig fühlt.
  • Ein Abendritual einführen, zum Beispiel ein entspannendes Bad oder eine CD mit Naturgeräuschen wie Meeresrauschen. Das kann helfen, Körper und Geist auf die Nachtruhe einzustimmen und problematische Gedanken loszulassen.
  • Abends besser leichte Kost genießen und keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen. Auch zu viel Alkohol und Nikotin rauben den Schlaf.
  • Stress abbauen, auf ausreichend Ruhezeiten achten, Verzichtbares von der To-Do-Liste streichen und auch mal Nein sagen. Regelmäßiges Yoga oder Autogenes Training können außerdem helfen, bewusst zu entspannen.
  • Vor dem Schlafengehen keine Konfliktgespräche führen.
  • Wer nachts aufwacht und grübelt, sollte seine Gedanken aufschreiben und somit erst einmal ablegen. Wer trotzdem hellwach bleibt, sollte aufstehen und sich mit etwas Ruhigem beschäftigen, bis die Müdigkeit wieder einsetzt: einen Tee kochen, lesen.
  • Schlafmittel sind immer die letzte Wahl! Wenn Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum andauern oder immer wieder auftreten, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden. Denn möglicherweise liegt eine ernstere Erkrankung vor, die behandelt werden muss.

pm