Geflügelpest: Veterinäramt Heidenheim ruft Geflügelhalter auf, Tierhaltung zu melden 36  |  26.03.2021 15:00

Bei zahlreichen Geflügelbetrieben in Baden-Württemberg besteht der Verdacht auf Geflügelpest. Deshalb macht das Veterinäramt Heidenheim auf die grundsätzliche Meldepflicht für jegliche Art von Geflügelhaltung ab dem ersten Tier aufmerksam.

Bilder

Foto: stock.adobe.com/winterbilder

Bei zahlreichen Geflügelbetrieben in Baden-Württemberg besteht der Verdacht auf Geflügelpest. Die Erkrankung ist Anfang der Woche in einem Betrieb in Nordrhein-Westfalen, von dem einige Geflügelbetriebe im Land Junghennen erhalten haben, festgestellt worden.
 
Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren Krankheitszeichen. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst und tritt in einer geringpathogenen und einer hochpathogenen Varianten sowie in verschiedenen Subtypen auf. Geringpathogene Viren der Subtypen H5 und H7 verursachen insbesondere bei Enten und Gänsen kaum oder nur milde Krankheitssymptome. Allerdings können diese Viren spontan zu einer hochpathogenen Form mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Bei Menschen, die einer hohen Dosis der Viren ausgesetzt sind, können die Viren tödlich verlaufende Krankheiten auslösen.
 
Derzeit arbeiten die Behörden im Land an der Nachverfolgung der Lieferwege des Betriebs aus Nordrhein-Westfalen. Tiere wurden im gesamten Land verkauft mit Schwerpunkt im südwestlichen Landesteil. Geflügelhalter, die seit Anfang März Junghennen aus Nordrhein-Westfalen zugekauft haben, werden gebeten, sich beim Veterinäramt im jeweils zuständigen Stadt- oder Landkreis zu melden. Daneben wurden im Landkreis Heidenheim in einem Betrieb Jungenten eingestallt, in deren Herkunftsbestand in Tschechien ebenfalls die Geflügelpest festgestellt wurde.
 
Die weitere Seuchenausbreitung soll mit den eingeleiteten behördlichen Maßnahmen verhindert werden. Deshalb macht das Veterinäramt Heidenheim auf die grundsätzliche Meldepflicht für jegliche Art von Geflügelhaltung ab dem ersten Tier aufmerksam. Als Geflügel gelten Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel. Die Haltung kann mit dem Antrag für die Registrierung von Tierhaltungen - abrufbar unter www.landkreis-heidenheim.de- dem Veterinäramt gemeldet werden.
 
Zur weiteren Seuchenbekämpfung werden derzeit Restriktionsgebiete um den jeweiligen Ausbruchsherd gezogen. Innerhalb dieser Zonen ist der Handel mit Produkten von und aus Geflügel nur mit Genehmigung der zuständigen Tiergesundheitsbehörde möglich. Betroffen sind davon auch die Eigenvermarktung über Hofläden oder die private Abgabe von Eiern oder Geflügel.
 
Das Ministerium hat bereits ein Landeskrisenzentrum eingerichtet und steht in enger Abstimmung mit den nachgeordneten Behörden. Die Task Force Tiergesundheit Baden-Württemberg, ein Dienstleister sowie die Veterinärzüge unterstützen die Behörden vor Ort. Weitere Informationen zum Thema Geflügelpest sind auch auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unter www.mlr-bw.de zu finden.
 
pm/Landratsamt Heidenheim