Eichhörnchen auf der Jagd nach Nüssen 28  |  17.11.2020 16:00

Bei den Eichhörnchen geht es in den Endspurt bei der Nahrungssuche. Im Wald kann man die kleinen Nager jetzt oft beobachten, im Garten unterstützen.

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ENDSPURT FÜR DIE FLAUSCHIGEN KOBOLDE: Im Wald lassen sich jetzt noch viele Eichhörnchen beim Sammeln beobachten, und auch in Gärten, auf Friedhöfen und in Parkanlagen sind die Waldbewohner jetzt auf Nahrungssuche unterwegs. Foto:

ENDSPURT FÜR DIE FLAUSCHIGEN KOBOLDE: Im Wald lassen sich jetzt noch viele Eichhörnchen beim Sammeln beobachten, und auch in Gärten, auf Friedhöfen und in Parkanlagen sind die Waldbewohner jetzt auf Nahrungssuche unterwegs. Foto:

Foto: Archiv/Neue Woche

Mit schwarzen Knopfaugen, buschigem Schwanz, weichen Fell und der Vorliebe fürs Männchen-Machen sind Eichhörnchen klare Sympathieträger.
 
Bei einem Waldspaziergang lassen sich jetzt noch viele Tiere beim Sammeln beobachten. Auch in Gärten, auf Friedhöfen und in Parkanlagen mit alten, hohen Bäumen sind die typischen Nadelwaldbewohner ganztags auf Nahrungssuche unterwegs. „Wer möchte, kann die flinken Tiere mit einem Futterpaket im Garten unterstützen“, Stefan Bosch, Eichhörnchen-Experte des Nabu Baden-Württemberg.
 
Vor dem Winter nutzen die kleinen Nager in den Gärten das Angebot an Hasel- und Walnüssen, um Winterdepots für schlechte Zeiten anzulegen. „Einzelne Nüsse werden dazu an verschiedenen Stellen in der Erde vergraben. Anders als der Feldhamster, der ein zentrales Nahrungslager anlegt und bewacht, setzen Eichhörnchen auf verstreut liegende, kleine Nahrungsdepots. Da sie keinen Winterschlaf halten, müssen sie täglich auf Sammeltour gehen“, erklärt Bosch.
 
Die Hauptnahrung der beliebten Nager setzt sich hauptsächlich aus den Samen von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer und Lärche zusammen. Diese hängen in Zapfen verpackt ab Spätsommer in den Waldbäumen und werden von den Hörnchen den ganzen Winter über regelmäßig geerntet. Hinzu kommen Eicheln und Bucheckern.
 
Ist die Hauptkantine wegen Schnee oder schlechtem Wetter temporär nicht erreichbar, werden die Nahrungsdepots geöffnet, die die Tierchen selbst unter geschlossener Schneedecke finden. Meistens jedenfalls: Was nicht ausgegraben wird, kann aber wachsen. So tragen Eichhörnchen zur Verbreitung von Bäumen und Sträuchern bei.
 
Auch im heimischen Garten kann man Eichhörnchen unterstützen. Wer keine eigenen Haselnusssträucher im Garten hat, kann sie jetzt im Herbst noch pflanzen. Bis diese Früchte tragen, können auch spezielle Futterautomaten mit Futtermischungen aufgestellt werden. Die Haselnüsse schmecken übrigens auch Mäusen und Vögeln, und von den früh blühenden, pollentragenden Kätzchen profitieren die ersten Insekten des Frühjahrs bereits ab Februar.
 
Jetzt im Spätherbst steht auch der Wechsel vom Sommerfell ins dichtere, besser isolierende Winterfell an. Die Tiere sehen dann mitunter ziemlich struppig und zerzaust aus.
 
Dieses Jahr geborene Junghörnchen wandern spätestens jetzt aus dem Elternrevier ab und sind dann auch abseits von Wäldern zu sehen. „In dieser Zeit queren sie häufiger Straßen und können leichter Opfer des Straßenverkehrs werden. Daher bitten wir Autofahrer, auf Eichhörnchen Rücksicht zu nehmen und vor allem in Waldgebieten aufmerksam zu fahren“, sagt Stefan Bosch.
pm/nabu