Der Schnee ist weg - jetzt kommen die Kröten 36  |  23.02.2021 16:00

In einigen Teilen Deutschlands ist die Amphibienwanderung gestartet, bald ist es auch bei uns soweit: Autofahrer müssen jetzt vor allem in der Dämmerung besonders umsichtig sein.

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Nach dem starken Wintereinbruch Mitte Februar steigen die Temperaturen nun wieder: Das lockt Frösche, Kröten, Molche und Unken in ganz Deutschland aus ihren Winterquartieren.
 
Sobald die Nachttemperaturen bei plus fünf Grad Celsius und mehr liegen, kommt bei den Amphibien Hochzeitsstimmung auf - die Tiere begeben sich zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren. Dabei überqueren sie häufig auch Straßen. „In den kommenden Wochen wird das Paarungsgeschehen deutlich an Fahrt aufnehmen“, sagt Sascha Schleich, Sprecher des Nabu-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik, „Zigtausende Amphibien sind dann jeden Tag auf den Straßen unterwegs.“
 
Der Nabu bittet darum Autofahrer, auf Amphibienwanderstrecken höchstens 30 Stundenkilometer zu fahren. Das kann vielen Tieren das Leben retten, denn die Lurche können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch wenn, Fahrzeuge schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden dann qualvoll“, so Schleich.
 
Eine umsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helfer während der Krötenwanderung nötig. Schleich: „Der Einsatz an den Straßen wird weniger gefährlich, wenn Autofahrer Warnschilder und Tempolimits beachten – zumal die Einsätze in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind.“
 
Seit vielen Jahren kämpfen Naturschützer gegen den Amphibientod an unseren Straßen. Sie stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Für diese ehrenamtliche Arbeit sind zahlreiche Helfer nötig, der Nabu informiert deshalb laufend über das bundesweite Wandergeschehen. Unter www.nabu.de/kroetenwanderung gibt es neben aktuellen Meldungen über besondere Ereignisse und seltene Arten auch eine Datenbank, die über den Standort von Krötenzäunen und Aktionen informiert und darüber, wo Helfer gebraucht werden.
 
pm/nabu