Das Rotkehlchen ist der Vogel des Jahres 2021 41  |  22.03.2021 13:00

Die Entscheidung ist gefallen: Bei der ersten Publikumswahl zum Vogel des Jahres hat sich das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) durchgesetzt.

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MIT LAUTER STIMME WIRD ES KUNDGETAN: Das beliebte und wohlbekannte Rotkehlchen (Erithacus rubecula) hat die Publikumswahl zum Vogel des Jahres 2021 gewonnen.

MIT LAUTER STIMME WIRD ES KUNDGETAN: Das beliebte und wohlbekannte Rotkehlchen (Erithacus rubecula) hat die Publikumswahl zum Vogel des Jahres 2021 gewonnen.

Foto: Nabu/Willi Rolfes

Das Rotkehlchen gehört zur Familie der Drosselvögel (Turdidae). Als einer unserer häufigsten Singvögel ist das Rotkehlchen als absoluter Sympathieträger prädestiniert für den Titel „Vogel des Jahres“, um Schritte zum dauerhaften Schutz und zur nachhaltigen Verbesserung von seinen Lebensräumen einzuleiten.
 
Das Rotkehlchen ist wohl Deutschlands beliebtester Singvogel. Wer im Garten das Beet umgräbt, der hat schnell ein Rotkehlchen an seiner Seite. Es sucht in der aufgeworfenen Erde nach Würmern, Schnecken, Spinnen und Insekten. Mit seiner orangefarbenen Brust ist der zutrauliche Vogel leicht zu erkennen. Der Gesang ist eine Abfolge hoher Töne, die in einer „perlenden“ Strophe enden.
 
Hauptmerkmal des kleinen, rundlichen Rotkehlchens (rund 14 Zentimeter groß und 15 bis 18 Gramm schwer) ist die orangerote Färbung von Stirn-, Zügel- und Augengegend bis zur unteren Brust. Sein Bauch ist weiß gefärbt, die Flanken grau-beige. Oberseite und Schwanz sind dunkel olivbraun.
 
Trotz seiner bescheidenen Größe ist das Rotkehlchen recht stimmgewaltig. Der Reviergesang aus relativ langen und variablen Strophen wird wegen seiner Klangstruktur als „perlend“ und wegen seiner emotionalen Wirkung auf uns Menschen oft als „wehmütig“ bezeichnet.
 
Zur Brutzeit vertilgt das Rotkehlchen überwiegend Insekten und deren Laren, besonders Käfer, Zweiflügler, Netzflügler, Ohrwürmer, Schmetterlingsraupen, Ameisen und Blattläuse. Im Sommer und Herbst erweitert es sein Nahrungsspektrum mit Beeren und Früchten von Schneeball, Pfaffenhütchen, Hartriegel, Faulbaum, Efeu und anderen Sträuchern.
 
Der frischgebackene Vogel des Jahres brütet in Wäldern, Gebüschen, Hecken, Parks, Gärten und Friedhöfen. Er bevorzugt unterholzreiche Wälder, besonders in der Nähe von Gewässern oder an feuchten Standorten.
 
Balz und Paarbildung beginnt schon im Dezember; bei den Vögeln, die in südlicheren Gefilden überwintert haben, erst nach ihrer Rückkehr an die Brutplätze. Der Neststand ist außerordentlich variabel, wobei Bodennester zwischen Wurzeln, unter Baumstämmen, in Erdlöchern oder im Gras favorisiert werden. Auch niedrig hängende Halbhöhlen-Nistkästen werden öfters angenommen.
 
Die Brutzeit beginnt Anfang April und endet im Juli. Das Gelege umfasst drei bis sieben gelbliche Eier mit zahlreichen rotbraunen Punkten und Linien. Nach zwölf bis 15 Tagen schlüpfen die Jungvögel, sie verlassen das Nest nach weiteren 13 bis 15 Tagen. Zwei Bruten pro Jahr sind keine Seltenheit.
 
Der Bestand in Deutschland wird auf etwa 2,5 bis vier Millionen Brutpaare, die Siedlungsdichte auf 0,7 Brutpaare pro zehn Hektar geschätzt. Damit gehört das Rotkehlchen zu unseren häufigsten Brutvögeln. Derzeit gilt der Bestand als weitgehend stabil - noch. Denn Ausräumung der offenen Landschaft durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigung und zunehmende Verbauung setzen auch dem Vogel des Jahres zu.
 
Nähere Info: www.nabu.de
 
pm/nabu