Das ist die Spinne des Jahres 2021 43  |  24.03.2021 11:00

Der Zweihöcker-Spinnenfresser (Ero furcata) ist die Spinne des Jahres 2021.

Bilder

Der Zweihöcker-Spinnenfresser gehört zur gleichnamigen Familie der Spinnenfresser (Mimetidae). Diese Spinnenfamilie zählt weltweit 154 Arten, in Europa sind zehn Arten bekannt, von ihnen sind neun Arten in der Gattung Ero gelistet. Neben Ero furcata haben drei weitere Arten dieser Gattung ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa.
 
Der Zweihöcker-Spinnenfresser ist paläarktisch verbreitet (die paläarktische Region, auch Paläarktis genannt, bezeichnet die Landmassen Europas, Nordafrikas bis zum Südrand der Sahara und Asiens südlich bis zum Himalaja sowie die vor diesen Gebieten liegenden Inseln). In Mitteleuropa ist die Art vornehmlich an die planar-kolline Höhenstufe (bis 800 Meter) gebunden, kann aber auch in montane Gebiete bis 1500 Meter vordringen. In Österreich gibt es sogar Fundmeldungen aus einer Geröllhalde in 2000 Metern Höhe.
 
Man kann den Zweihöcker-Spinnenfresser in naturnahen Standorten antreffen, meist findet man ihn in der Bodenstreu verschiedener Waldtypen, aber auch im unteren und mittleren Stammbereich von Bäumen; des Weiteren an Waldrändern, in Sträuchern und an Wärmestandorten. Der Zweihöcker-Spinnenfresser gilt als nicht gefährdet.
 
Als Räuber unter den Räubern hat der drei (Männchen) bis vier Millimeter (Weibchen) kleine Zweihöcker-Spinnenfresser eine bemerkenswerte Nahrungsbiologie entwickelt. Wie es der Artname sagt, ernähren sich alle Spinnenfresser ausnahmslos von anderen Spinnen.
 
Daher mag es überraschen, dass bislang kein Vertreter dieser Spinnenfamilie als Spinne des Jahres ausgezeichnet wurde. Der charakteristische Kokon bietet bei dieser Art die Möglichkeit, das Augenmerk auf die vielseitige Verwendung von Spinnseide und ihre effiziente Produktion und Verarbeitung zu richten.
 
Mit der Wahl der Spinne des Jahres soll aber nicht nur eine wenig beliebte Tiergruppe ins rechte Licht gerückt werden. Gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler, neue Daten zur aktuellen Verbreitung zu bekommen.
 
Hier alle Artikel zur Serie "Natur des Jahres" lesen: