771 Arbeitgeber in der Region vom Zoll kontrolliert

IG BAU 39

Unsaubere Praktiken im Visier: Das Hauptzollamt Ulm, das auch für den Landkreis Heidenheim zuständig ist, hat im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 771 Arbeitgeber in der Region kontrolliert.

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BESUCH VON DER FKS: Nicht weniger als 771 Arbeitgeber in der Region wurden im ersten Halbjahr 2021 kontrolliert.

BESUCH VON DER FKS: Nicht weniger als 771 Arbeitgeber in der Region wurden im ersten Halbjahr 2021 kontrolliert.

Foto: IG BAU

Im Fokus der Fahnder dabei: illegale Beschäftigung, Sozialbetrug und Verstöße gegen geltende Mindestlöhne. Allein Baufirmen bekamen 241 Mal Besuch von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt.
 
Demnach deckten die Ulmer Zöllner zahlreiche Missstände auf: In der ersten Jahreshälfte leiteten sie 905 Strafverfahren wegen schwerer Delikte ein. Außerdem eröffneten die Kontrolleure 481 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten – etwa wegen unterschlagener Löhne oder weil bei den Arbeitszeiten getrickst wurde. Wegen Mindestlohnverstößen verhängten sie Bußgelder in Höhe von rund 388 000 Euro, davon 217 000 Euro gegen Bauunternehmen.
 
„Die Zahlen zeigen, dass es viele Firmen mit der Bezahlung ihrer Beschäftigten nicht so genau nehmen“, kritisiert Andreas Harnack, Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg. Er begrüßt die Pläne der Regierung, das gesetzliche Lohn-Minimum auf zwölf Euro pro Stunde anzuheben.
 
Allein im Kreis Heidenheim dürften damit die Einkommen Tausender Menschen spürbar steigen. Allerdings müsse der Staat sicherstellen, dass sich die Firmen auch an die Vorschriften hielten – und für einen „höheren Kontroll-Druck“ sorgen.