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Günter Trittner

Kunstfahrt zu Feininger

Drangvolle Enge herrschte in der Kunsthalle Schirn: Der Künstler Lyonel Feininger ist ein Publikumsmagnet.

Drangvolle Enge herrschte in der Kunsthalle Schirn: Der Künstler Lyonel Feininger ist ein Publikumsmagnet.

Bild: Förderkreis Kunstmuseum

Große Kunst fasziniert die Menschen. Caspar David Friedrich sind zum Jubiläum gleich drei große Ausstellungen in Hamburg, Berlin und Dresden gewidmet, die Modigliani-Ausstellung in Stuttgart wurde wegen des großen Besucherandrangs bis in den April verlängert. Auf Kunstfahrt machten sich vor wenigen Tagen auch Mitglieder und Gäste des Förderkreises Kunstmuseum Heidenheim. Ziel der mehr als 30 Interessierten war Frankfurt, wo in der Kunsthalle Schirn seit 25 Jahren erstmals wieder in Deutschland eine große Retrospektive auf die Werke des Malers, Grafikers und Fotografen Lyonel Feininger möglich gemacht wurde. Der Deutschamerikaner zählt zu den großen Künstlern der Klassischen Moderne. Diese in mehrfacher Hinsicht einmalige Schau in Frankfurt findet denn auch entsprechend großes Interesse. Reiseleiterin Bettina Kruse hatte aber vorab eine Führung gebucht, so dass das langes Warten und Schlangestehen an der Kasse entfiel. Mit an Bord des gemieteten Busses war auch der Leiter des Heidenheimer Kunstmuseums Marco Hompes. Vor dem Besuch der Ausstellung konnten sich die Reisenden in Frankfurt umtun und dank einer Fremdenführerin, einer gebürtigen Aalenerin, Gegenwart und Geschichte des Handels- und Bankplatzes Frankfurt besser kennenlernen. Der Blick der Heidenheimer galt aber im Besonderen der neuen Altstadt, dem in Annäherung oder originalgetreu wieder aufgebauten historischen Quartiers zwischen Römer und Dom. 200 Millionen Euro hat sich Frankfurt dies kosten lassen. Auch der Schirn steht eine Sanierung ins Haus. In der drangvollen Enge des Hauses war es nicht immer einfach, freien Blick auf die Kunst von Feininger (1871 bis 1956) zu haben. Feininger hatte zuerst als Karikaturist in Deutschland öffentliches Interesse gefunden. Berühmt gemacht haben den gebürtigen New-Yorker, der sich 1937 als gebrandmarkter „entarteter Künstler“ dem Zugriff des aufkeimenden Nazi-Deutschland durch Rückkehr in seine alte Heimat entzog, wesentlich seine in der Manier des Kubismus gemalten Ansichten von Sakralbauten und seine Seestücke. Für die Retrospektive war es der Schirn gelungen, fünf Werke aus der Gelmeroda-.Reihe zusammenzutragen, an der Feiniger, der 1919 als erster Meister ans Bauhaus in Weimar eingeladen war, 40 Jahre immer wieder gearbeitet hat. Im Zentrum der Bilder steht die Kirche dieses bei Weimar gelegenen Orts.
Förderkreis Kunstmuseum

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