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Stadt Heidenheim

Herausforderungen zum Thema Pflege und Senioren gemeinsam begegnen

Zweite kommunale Pflegekonferenz im Landkreis Heidenheim
Pflegekonferenz in Heidenheim: Arbeitsgruppen erarbeiten Lösungen für kommunale Pflege.

Pflegekonferenz in Heidenheim: Arbeitsgruppen erarbeiten Lösungen für kommunale Pflege.

Bild: adobe.stock.com/InsideCreativeHouse

Die demografische Entwicklung, die Zunahme von Pflegebedürftigen und von pflegenden Angehörigen sowie der große Bedarf an Pflegekräften sind komplexe Themen, die unsere Gesellschaft hausfordern. Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, gehört zu den vielfältigen Aufgaben der Kommunalen Pflegekonferenz.
 
Bei der kürzlich in digitaler Form stattgefundenen zweiten Sitzung begrüßte der Vorsitzende der Kommunalen Pflegekonferenz, Landrat Peter Polta, die 50 Teilnehmenden und betonte, wie wichtig es sei, die Kräfte zu bündeln: „Genau das ist es, was die Kommunale Pflegekonferenz so wertvoll macht: Sie lebt vom gemeinsamen Austausch und von der Vernetzung.
 
Alle Beteiligten tragen mit ihrer Fachlichen Kompetenz und mit ihrem Engagement dazu bei, dass die Kommunale Pflegekonferenz – und vor allen Dingen auch die daraus resultierenden Ergebnisse – konkrete Verbesserungen für die Menschen im Landkreis Heidenheim bringen werden.
Es freut mich besonders, dass nach der ersten Sitzung im vergangenen Jahr eine aktive Teilnahme an der Lenkungsgruppe und den Arbeitsgruppen zu verzeichnen war“, so Polta. Auch Mathias Schauz, Dezernent für Soziales und Gesundheit, bestätigte die konstruktive Zusammenarbeit der Akteure in der Lenkungsgruppe und präsentierte deren thematische Ausrichtung.
 
Gertraud Jauß, Geschäftsführung der Kommunalen Pflegekonferenz und Pflegekoordinatorin, gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeitsgruppen, die sich in der Folge der ersten Sitzung der Kommunalen Pflegekonferenz gebildet hatten.
 
Die erste Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Tagespflege, einem Angebot, bei dem pflegebedürftige Menschen in der Regel tagsüber gemeinschaftlich in einer Gruppe betreut werden und welches der Entlastung pflegender Angehöriger dient.
 
Im Rahmen einer Bedarfsanalyse wird aktuell geprüft, ob die Angebote der Tagespflege zu den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer sowie deren Angehörigen passen und welche Handlungsempfehlungen daraus entstehen. „Bei der Abfrage über die Krankenkassen wollen wir vor allem auch die pflegenden Angehörigen erreichen, um ihnen eine Stimme zu geben“, so Jauß.
 
In der Arbeitsgruppe Nachbarschaftshilfe mit Altenhilfefachberaterin Sibylle Schumann wird momentan ein Leitfaden für die Etablierung von Nachbarschaftshilfen sowie ein Überblick über entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet.
 
Viele Bereiche in der Pflege sind von dem an Brisanz zunehmenden Thema der Pflegkräftegewinnung betroffen, mit dem sich die dritte Arbeitsgruppe beschäftigt. Studierende des Studiengangs Angewandte Gesundheits- und Pflegewissenschaften der DHBW Heidenheim und Studierende des Studiengangs BWL Gesundheitsmanagement der DHBW Ravensburg entwickeln hier gemeinsam Modellszenarien zur Skizzierung und Berechnung des Bedarfes an Pflegepersonal für den Landkreis Heidenheim.
 
Als erste Aktion einer auf Dauer angelegten Imagekampagne zur Gewinnung von Pflegekräften entwickelten zudem Diana Rau, Koordination Pflegeausbildung, und Gertraud Jauß gemeinsam mit einer Werbeagentur eine Plakataktion.
 
Im Verlauf der Veranstaltung stellten außerdem Cornelia Reure und Trixi Schmid das seit Januar neu im Landkreis Heidenheim gestartete Projekt Care4future II vor. „Pflege kann nicht jeder, aber es gibt Menschen, die an einer Ausbildung in der Pflege interessiert sind, jedoch Unterstützung für einen erfolgreichen Abschluss benötigen“, so Cornelia Reure. Mitarbeiterinnen von Care4future II helfen hier dabei, einen niedrigschwelligen Einstieg in die Pflegehelferausbildung individuell zu unterstützen, sei es mit einem ergänzenden berufsbezogenen Sprachunterricht oder mit Hilfen bei der Integration oder beim Wiedereinstieg in den Pflegeberuf.
 
Als weiterer Tagesordnungspunkt stand Christoph Bauer, Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises, für Fragen und Austausch zum Thema einrichtungsbezogene Impfpflicht zur Verfügung.
 
Susanne Gaiser, stellvertretende Pflegedirektorin und Pflegedienstleiterin im Klinikum Heidenheim, schloss schließlich mit ihrem Vortrag das Programm und stellte die aktuellen Entwicklungen zur speziellen Ambulanten Palliativ Versorgung im Landkreis Heidenheim vor. Sie betonte, wie wertvoll und wichtig dieses Angebot für Menschen mit nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankungen bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung sei.
 
Diese Menschen benötigen eine besonders aufwändige Versorgung zu Hause. Das Projekt ist unter Federführung des Klinikums Heidenheim mit weiteren Partnern im Aufbau.


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