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Fehler aus der Corona-Pandemie dürfen nicht wiederholt werden

WLSB-Präsident Felchle: Mit Sportvereinen nach Lösungen suchen, anstatt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Bild: Adobestock/beeboys

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Württembergische Landessportbund (WLSB) warnen eindringlich davor, in der sich abzeichnenden Energiekrise die Fehler aus der Corona-Pandemie zu wiederholen und Schwimmbäder und weitere Sportstätten erneut zu schließen.

Plädoyers für den Sport „Der vereinsbasierte und gemeinwohlorientierte Sport ist wesentlich mehr als eine Freizeitaktivität.

Er ist unverzichtbarer Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllt wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen für die Gesellschaft.

Dies muss bei allen Entscheidungen zur Gas- und Wärmeversorgung berücksichtigt werden“, sagt der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester. WLSB-Präsident Andreas Felchle: „Wenn Sporthallen umgenutzt oder gar geschlossen werden müssen, dürfen Sportvereine nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Es gibt sicherlich Ausweichmöglichkeiten, auch unkonventioneller Art. Zudem müssen Wege gefunden werden, um drastische Erhöhungen von Hallennutzungsgebühren und damit zusätzliche Belastungen für die Vereine zu vermeiden.“

 

Forderungen an Politik

Der WLSB fordert gemeinsam mit dem DOSB die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, für das Schwimmen lernen geeignete Bäder bzw. Wasserflächen und im weiteren Jahresverlauf auch Sporthallen so lange wie möglich geöffnet zu halten.

Beide kritisieren zudem die Empfehlung des Deutschen Städtetages, kurzfristig Hallenbäder (nicht Freizeitbäder) zu schließen – was drastische Folgen für die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen nach sich zieht. „Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer“, sagt Michaela Röhrbein, DOSB-Vorstand Sportentwicklung.

 

Energie-Prognose für den Sport

Die Sportvereine werden von der aktuellen Krise nach der Pandemie erneut auch finanziell getroffen.

Neben Entlastungen für Privatpersonen und Unternehmen bedarf es auch direkter finanzieller Hilfen für Sportvereine.

Beitragserhöhungen seien keine Option, da die Vereinsmitglieder auch privat massiv von den Preissteigerungen betroffen würden.

Bund und Länder dürften zudem die Kommunen mit den Energiepreissteigerungen nicht allein lassen. Denn viele Sportvereine seien auf kommunale Sportanlagen angewiesen.

 

Sportstätten langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen machen

Langfristig gilt es, die Sportstätten von fossilen Energien unabhängig zu machen.

Mit umfassenden energetischen Beratungen (Ökochecks/Energiechecks), darauf basierenden Investitionen und zusätzlichen Förderlinien (Investitionszuschüsse/zinslose Darlehen) kann die Umrüstung auf regenerative Energieträger vorangetrieben werden.

So bieten zum Beispiel die Dachflächen der rund 39.000 Sport- und Tennishallen in Deutschland ein großes Potenzial für Kommunen und Sportvereine, Sportanlagen so schnell wie möglich weitgehend mit regenerativer Solarenergie zu versorgen.

Gleichzeitig sieht sich der gemeinwohlorientierte Sport unter dem Dach des DOSB auch selbst in der Verantwortung, Energie- und Gasverbrauche zu reduzieren.

 

In Abstimmung mit der Bäderallianz wird ein Drei-Stufen-Plan für den Betrieb der überwiegend gasbetriebenen Bäder für den Fall einer Gasnotlage, insbesondere für Schulen und Vereine, vorgeschlagen:

Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken, und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiterbetreiben

Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen

Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 Grad absenken Mehr als 90 Prozent der Schwimmbäder in Deutschland werden aktuell mit Gas beheizt.

Das Schwimmbad ist diejenige Sportanlage, die den höchsten Energiebedarf aufweist. Bäder werden fast ausschließlich durch Kommunen oder private Unternehmen betrieben. Nur wenige Sportvereine besitzen ein eigenes Schwimmbad


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