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Johann Hieber

Ein Potpourri der Rinderrassen

Triesdorfer Tigerkuh Giraffe beim Wiederkäuen mit dem typischen gefleckten Kopf

Triesdorfer Tigerkuh Giraffe beim Wiederkäuen mit dem typischen gefleckten Kopf

Bild: Bernd A. Lorenz

Traditionell in der ersten Woche nach den Feiertagen lud der Rinderzuchtverein Neresheim am 8. Januar zur Hauptversammlung in den Q-Hof nach Frickingen ein. Der Verein betreut eine große Vielfalt an Rinderrassen.
Schon bei der Begrüßung durch Vorstand Viktor Schill, aber auch in den nachfolgenden Grußworten von Landwirtschaftamtsleiter Heidenheim Tobias Fink und Bauernverbandsvorsitzender Hubert Kucher stand die am Tag der Hauptversammlung beginnende Bauern-Protestwoche thematisch im Vordergrund. Die Bauern demonstrieren gegen die ziemlich einseitige Kürzung von Steuervergünstigungen für die Landwirtschaft durch die Bundesregierung. Die geplanten Maßnahmen stellen gerade für die bäuerlichen Familienbetriebe eine große finanzielle Belastung dar, der möglicherweise nicht mehr jeder standhalten kann. Auf lange Sicht werden dadurch für alle Verbraucher die ohnehin schon gestiegenen Lebensmittelpreise noch weiter steigen. Die Proteste liefen am ersten Tag geordnet und ohne Gewalt ab und fanden in Medien und bei der Bevölkerung ein sehr positives Echo.
Inzwischen werden vom Neresheimer Rinderzuchtverein eine vielfältige Palette an Milch- und Zweinutzungsrassen betreut. Die Hauptrasse ist natürlich nach wie vor das Simmentaler Fleckvieh mit seiner Farbvarianz von gelb bis dunkelrot. Sie ist in Süddeutschland die wichtigste Wirtschaftsrasse für Milch und gleichzeitig Fleisch. Daneben sind die spezialisierten Milchrassen Holstein-Schwarzbunt, Holstein-Rotbunt, Allgäuer Braunvieh, Angler Rotvieh und Jersey vertreten, sowie die Landschläge Limpurger aus Württemberg und Ansbach-Triesdorfer Tigerrind aus Franken. Diese Vielfalt zeigt die starke Verwurzelung der Rinderzucht auf dem Härtsfeld auf.
Mit Spannung wird immer die Präsentation der Leistungsdaten aus dem vergangenen Prüfjahr erwartet. Die höchsten Herdendurchschnitte, d.h. Milchmenge pro Kuh und Jahr, erzielten die Betriebe Wiedenmann Gbr, Kösingen (11511 kg Milch, 812 Fett und Eiweiß kg), Simpert Dangelmaier, Simmisweiler (10649 / 798 kg), Humpf GbR, Hülen (10969 / 791 kg), Eichfeldhof Schill GbR, Affalterwang (9969 / 750 kg) und Bittlingmaier GbR, Niesitz (9871 / 728 kg).
Die Grande Dames, also die ältesten Kühe mit den höchsten Lebensleistungen waren Birne (Vater Homorry, geb. 2011) 8912 Fett Eiweiß kg von der Wiedenmann GbR, Kösingen; Debbie (Manitoba, 2010) 8037 kg, Schröppel GbR, Mörtingen; Almut (Mandipo, 2010) 7386 kg, Mayer GbR, Hülen; Serafine, (Rau, 2010) 7294 kg, Raunft GbR, Katzenstein und Amgo (Rumgo, 2011) 7142 kg, Raunecker GbR, Frickingen. In dem Wert Fett Eiweiß kg werden sowohl die Milchmenge in Liter als auch die prozentualen Anteile der Inhaltsstoffe repräsentiert. Der durchschnittliche Fettgehalt liegt bei 4,0%, der Eiweißgehalt bei 3,4%. Beide können aber tierindividuell beträchtlich schwanken. Zwei weitere besondere Kühe wurden herausgestellt: Konstanz (Diskant, 2012) von der Wiedenmann GbR, Kösingen überschritt die magische Grenze von 100000-Liter Milch Lebensleistung und die Kuh 200 von der Bittlingmaier GbR in Niesitz hat am 18.9.23 lebende Drillinge zur Welt gebracht. Sie hat inzwischen bei 5 Kalbungen 9 Kälber geboren.
Ein besonders aussagekräftiger Wert ist die durchschnittliche Lebensleistung der Herde. Dabei weist eine hohe Zahl auf viele alte Kühe in der Herde hin: Robert Burkhardt, Simmisweiler 47568 kg Milch, Wiedenmann GbR, Kösingen 46820 kg Milch, Mayer GbR, Hülen 46383 kg Milch, Markus Scherer, Neresheim 40467 kg Milch und Florian Brenner, Dorfmerkingen 39879 kg Milch.

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