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Marion Zenker (Musikschule)

"Berührend und virtuos"

Ensembles und Solisten der Musikschule Giengen beeindrucken im Brenzer Schloss

Bild: Rainer Bitzer

Ein warmer Sommerabend im romantischen Ambiente des bis auf den letzten Platz besetzten Renaissanceinnenhofs von Schloss Brenz erwartete eine gespannte Zuhörerschar. Drei Jahre musste die Gemeinde Sontheim/Brenz auf die mittlerweile bereits 62. Brenzer Schloss-Serenade warten. Jährlich fanden die Konzerte statt, dies soll sich nun wieder fortsetzen, so der vom Konzertereignis sichtlich begeisterte Bürgermeister von Sontheim, Tobias Rief.

Die Städtische Musikschule Giengen konnte neben dem sich spielfreudig zeigenden Kammerorchester unter Leitung von Musikschulleiterin Marion Zenker nun erstmals seit Gründung auch den Frauenchor „the velvets“ präsentieren. Chorleiter Christian Zenker formte in nur wenigen Proben ein formidables Klangwunder, die nur 14 Sängerinnen ließen in Punkto Homogenität, sprachlicher Deutlichkeit, Intonation und wandelfähiger Stilistik keine Wünsche offen.

Aus dem warmen Süden führte das Programm den abendlichen Temperaturen folgend mit Orchesterwerken von Ottorino Respighi und Georg Christoph Wagenseil nach der Pause mit Auszügen aus Holst´historisierender St.Pauls Suite in nördliche Gefilde. Dieser kleine programmatische Kniff steigerte die ohnehin aufmerksame Atmosphäre und gipfelte im beeindruckenden „Tundra“ des norwegischen Komponisten Ola Giejlo, in welchem sich Chor und Orchester zu einem fesselnden Tongemälde vereinten. Neben den Solistinnen des Chores, welche in Werken wie „Tell my Ma“ (Felizitas Carle), „Vem kan segla“ (Sabine Stegmaier) und „Tundra“ (Hannah Haffter) brillierten, konnten Oliver Rupp am Klavier und vor allem auch Hannes Färber an der Posaune mit virtuosem und tonschönem Spiel beeindrucken. Sauber intoniert ließ Hannes Färber sein Instrument mit einem besonders warmen, natürlichen und doch eleganten Klang den Serenadenhof füllen. Hervorgehoben sei an dieser Stelle auch die Leistung des Kammerorchesters, hier mit sauber spielenden Hörnern und Flöten verstärkt, was den höfischen Jagdcharakter des Posaunenkonzertes betonte.

Das zu stehenden Ovationen bewegte Publikum forderte und bekam nicht nur eine Zugabe. Gerne erklärte sich das Ensemble bereit, nach der eigentlichen Zugabe „The Parting Glass“ nochmals „Tundra“ folgen zu lassen und entließ beglückte und beeindruckte Zuhörer in die immer noch milde Sommernacht.


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