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AOK Ostwürttemberg: Wie sich der Krankenstand im Kreis Heidenheim 2020 entwickelt hat

Wie hat sich der Krankenstand im Landkreis Heidenheim im letzten Jahr entwickelt? Gab es einen Anstieg von Arbeitsunfähigkeitsmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie? Die AOK Ostwürttemberg teilt in einer Pressemitteilung mit, dass der Krankenstand mit 5,7 Prozent im Landkreis Heidenheim um 0,2 Prozent niedriger ist als ein Jahr zuvor.

Bild: stock.adobe.com/stockpics

"Im März letzten Jahres, als Deutschland Corona-bedingt heruntergefahren wurde, verzeichneten wir einen sprunghaften Anstieg von AU-Meldungen", berichtet Maria Hartmann, Koordinatorin Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Ostwürttemberg. "Doch in den darauffolgenden Monaten waren die Krankmeldungen entweder auf dem gleichen Stand wie 2019 oder sogar niedriger ausgefallen."
 
Die häufigsten Krankmeldungen seien die Atemwegserkrankungen mit 20 Prozent gewesen, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankung mit 18,5 Prozent. Im Vergleich zu 2019 sei hier keine signifikanten Veränderungen erkennbar. Atemwegserkrankungen seien sogar weniger oft gemeldet als 2019. "Die Hygiene-Regeln verhindern die Ausbreitung von anderen jahreszeitlich vorhandenen Bakterien und Viren", sagt Hans-Joachim Seuferlein, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg. "Die Grippe, die in den Wintermonaten um sich greift, wurde dadurch erfolgreich eingedämmt."
 
Eigentlich sei auch zu erwarten gewesen, dass die letztes Jahr eingeführte Möglichkeit, sich wegen eines Infekts telefonisch krankmelden zu können, zu einem AU-Anstieg führt. "Das hatte überraschenderweise keine Auswirkung auf die Zahl der Krankmeldungen und ist ein Indiz, dass die Menschen verantwortungsbewusst damit umgehen", sagt der Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg.
 
Die Zahl der konkret gemeldeten Corona-Erkrankungen sei im Vergleich zum Landesdurchschnitt hoch. Im Landkreis Heidenheim kamen 2020 auf 100 000 Versicherte 2.992 Covid-Erkrankte. In Baden-Württemberg waren es 2.520, im Ostalbkreis 2.165 je 100.000 Versicherten.
 
Hat also die Pandemie keine statistische Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit 2020 gehabt? Die AOK Ostwürttemberg sieht zwei Ausschläge, die vermutlich auf die Pandemie zurückzuführen sind. "Von 100 Beschäftigte im Landkreis haben sich im vergangenen Jahr rund 57 mindestens einmal krankschreiben lassen. Das sind zwar weniger als 2019, aber die durchschnittliche Falldauer der Krankmeldung war mit durchschnittlich 13 Tagen 2 Tage länger als 2019. Gerade bei Langzeiterkrankten, die länger als sechs Wochen dauern, ist ein starker Anstieg zu verzeichnen", berichtet Maria Hartmann. Die durchschnittliche Falldauer bei Langzeiterkrankten liegt im Landkreis nun bei 42,7 Tage.
 
"Wir gehen davon aus, dass die Beschäftigten vermutlich aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 auf Arztbesuche verzichtet haben", sagt Hans-Joachim Seuferlein. "Wenn sie schließlich doch zum Arzt gingen, resultiere das häufig in einer längeren Ausfallzeit."
 
Ein weiterer Faktor: Psychische Erkrankungen seien zwar im Landkreis gegenüber dem Vorjahr mit rund 10 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage leicht gesunken, doch landesweit weiter auf dem Vormarsch. Vermutlich würden diese durch die Corona bedingte soziale Distanz und Isolation  weiter zunehmen, heißt es in der Pressemitteilung.
 
Mit Blick auf die Branchen habe die öffentliche Verwaltung mit den Sozialversicherungen mit 6,8 Prozent den höchsten Krankenstand im Landkreis Heidenheim. 2019 sei der Krankenstand gleich hoch gewesen. Gesunde Mitarbeiter seien bei Land- und Forstwirtschaft mit einem Krankenstand von 2 Prozent zu finden. Die Branche Gesundheit- und Sozialwesen - darunter fallen alle Heilberufe wie Krankenschwestern, Krankenpfleger und Praxispersonal - verzeichnen trotz Corona nur einen leichten Anstieg von 6,0 auf 6,3 Prozent.
 
Ergänzende Informationen
 
Krankenstand Auswertungszeitraum: Gesamtjahr 2020 (2019)

  • Baden-Württemberg: 5,1% (5,1%)
  • Ostwürttemberg: 5,4% (5,5%)
  • Landkreis Heidenheim: 5,7% (5,9%)
  • Stadt Heidenheim: 5,4% (5,3%)
  • Rund ums Bachtal: 6,0% (6,3%)
  • Ostalbkreis: 5,3% (5,3%)

 
pm/AOK Ostwürttemberg


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